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Pessach ganz anders

Am letzten Mittwoch haben wir bei einer befreundeten Familie den Seder gefeiert, die alten vertrauten Texte gelesen und gesungen, und da und dort hat jemand eine Frage gestellt oder etwas erzählt, das sich bei ihm an eine Textstelle assoziierte. Eine Teilnehmerin erzählte von der Pessachfeier bei den Schomronim (Samaritanern), deren ersten Teil sie kurz zuvor miterlebt hatte. Sie war mit einer Gruppe hingefahren, um die alten Riten zu sehen und durch sie eine bessere Vorstellung von der jüdischen Pessachfeier in früheren Zeiten zu bekommen. Ihre Schilderungen erweckten grosse Neugierde, und sie musste uns viele Fragen beantworten.

Die kleine religiöse Gemeinschaft der Samaritaner hat vieles von der antiken Form des Judentums bewahrt; sie erkennt bis heute nur die Tora – den Pentateuch – als verbindlich an; die späteren Bücher – die prophetischen und die „Schriften“ – ignoriert sie, und selbstverständlich auch alle späteren jüdischen Überlieferungen. Ihre Anhänger sehen sich selber als die Wächter - Schomrim - des echten, ursprünglichen Judentums.
Am Schabbat z.B. darf kein Feuer in ihren Wohnungen brennen, auch nicht zum Heizen; sie essen ein einziges warmes Mahl, das am Freitag vorgekochte und für den Abend warm gehaltene. Vor Schabbatbeginn werden Lichter gezündet, die den ganzen Schabbat durch brennen.
Pessach halten sie auf dem Berg Gerisim bei Schechem (Nablus), wo nach ihrer Überlieferung der Erste Tempel gestanden haben soll.
Am Spätnachmittag ihres 14. Nissan (ihr Kalender weicht vom jüdischen ab) versammeln sie sich, alle weiss gekleidet, familienweise, jene aus Israel und jene aus Schechem. Sie bringen Schafe mit, für jede Familie eines. Der Hohepriester liest den Abschnitt über den Auszug aus Ägypten vor; dann werden auf seinen Befehl die Schafe geschlachtet, alle gleichzeitig. Die Tiere werden von den unbrauchbaren und den nicht zum Essen erlaubten Teilen gereinigt, diese auf dem Altar verbrannt; dann wird das Fleisch gesalzen, um ihm das Blut zu entziehen, und nach etwa zwei Stunden werden die Schafe auf Spiesse gesteckt und in überdeckten Gruben gegart. Diese ganzen Vorgänge werden von Gebet, Gesang und wiederholter Erzählung der Exodusgeschichte begleitet. Stunden später, in tiefster Nacht, bringt jede Familie eine grosse Schüssel zu den Gargruben, wo das Fleisch zerschnitten und verteilt wird, und dann wird das Fleisch mit Mazzen und bitteren Kräutern zusammen rasch verzehrt. Was übrig bleibt, wird zum Altar zurück gebracht und dort verbrannt.

Die Frau war sichtlich beeindruckt von dem hohen Ernst der Zeremonie; die weissen Gewänder erhöhten die Feierlichkeit. Das kollektive Schlachten und Zubereiten der Schafe, die Eile der Mahlzeit, der rasche Aufbruch versetzten sie zurück in den wirklichen Auszug aus Ägypten. Das soll ja auch das Rezitieren und Singen der Haggada tun, die Erinnerung soll lebendig gehalten und von Geschlecht zu Geschlecht weiter gegeben werden.
16.4.06 21:58
 


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