wusisdus?
  Startseite
  Archiv
  Kontakt
  Abonnieren
 


 

http://myblog.de/veguhadas

Gratis bloggen bei
myblog.de





Links
  adloyada
  blogk
  chajms sicht
  chayyei sarah
  Don's Mideast Musings
  il giardino
  grenzgaenge
  haGalil
  the human picture
  imshin
  jewropean
  juebe
  kaltmamsell
  kelef
  Leben in Jerusalem
  lila
  ludovika
  my shrapnel
  neverever
  on the face
  pepa
  Raising Yousuf
  rungholt
  tanja
  Window on the Arab World
 
Schwere Arbeitsbedingungen für Schutzengel

Es gibt Leute, die meinen, ihr privater Schutzengel müsse ständig Überstunden machen. Diese Woche allein gab es zwei Fälle, zu denen ich nur den Kopf schütteln konnte.

Da war anfangs der Woche jener jüdisch-amerikanische Student, der irgendwo gelesen hatte, Schechem (Nablus) sei eine schöne Stadt und lohne wohl einen Besuch. Da sein Freund wenig Lust zu einem solchen Ausflug zeigte, brach er allein auf, kam – der Himmel weiss wie – nach Schechem und liess sich gemütlich in einem Kaffeehaus nieder, zog an einer Nargileh (Wasserpfeife) und betrachtete das Treiben um sich herum. Nicht lange, denn eine Gruppe von jungen Fatah-Leuten entführte den vermeintlichen Israeli als Geisel, um die Befreiung palästinensischer Gefangener zu erzwingen. Sonst, drohten sie, würden sie ihn umbringen. Zu seinem Glück merkten sie aber rechtzeitig, dass ihr Gefangener US-Bürger war. Sie brachten ihn zum Palästinensischen Sicherheitsdienst, der ihn am nächsten Grenzposten an Zahal übergab.

Diese Geschichte erinnert mich an jene vom Touristen aus dem Mittleren Westen, der auf einer Gruppenreise durch den Nahen Osten seinen Reiseleiter bat, er wolle ihm doch in Beirut die Oper zeigen. Er hatte schon von seiner Heimatstadt aus Karten für eine Wagner-Aufführung bestellt – nur halt in Bayreuth.... Aber das war in der Zeit, bevor der Terror erfunden wurde. Heute kann sich auch ein Tourist diesen Grad von Ahnungslosigkeit nicht mehr leisten. Uns Israelis sind Ausflüge nach Schechem, Ramallah etc. strikt verboten. Ausländer dürfen hin – auf eigene Gefahr. Aber auch ihnen wird dringend von solchen Privatausflügen abgeraten.


Gestern warteten zwei 15-jährige Mädchen an der Strasse Schechem- Ramallah auf einen „Tramp“, eine Mitfahrtgelegenheit von der Siedlung Rechilim zurück nach Jerusalem. Ein Auto mit palästinensischen Schildern hielt an, zwei der drei Insassen sprangen heraus, einer bewaffnet. Sie versuchten, die Mädchen ins Auto zu zwingen. Das eine rettete sich in ein Gebüsch und alarmierte per Handy die Polizei, das andere kämpfte mit den Entführern. Da nahte zufällig ein Militärfahrzeug. Die Palästinenser verstanden, man sie auf ihrer Spur, liessen das Mädchen los und gaben Vollgas. Sofort wurden der Polizei alle Einzelheiten gemeldet, und nach wenigen Kilometern Fahrt fuhren die verhinderten Kidnapper in eine Strassensperre und wurden festgenommen. Die beiden jungen Dinger hatten wirklich mehr Glück als Verstand.

Dieser Zwischenfall ist mir noch weniger einsichtig als der mit dem amerikanischen Studenten. Das eine der Mädchen ist Tochter einer Siedlerfamilie, das andere aus Jerusalem. Sie sind in der Intifada-Atmosphäre aufgewachsen, sie müssen wissen, wo sie leben. Sie wissen, dass immer wieder Entführungen vorkommen, dass auch in Israel selber das „Trampen“ ein riskantes Unternehmen ist, nicht zu reden von den Strassen in der PA. Und trotzdem! Ja, sie hätten die Warnungen schon gehört, aber nicht gedacht, das könnte auch sie angehen, sie seien doch schon seit drei Jahren immer per „Tramp“ unterwegs! Preisfrage: Wo sind da die Eltern?! Gehören die am Ende zu jenen Fanatikern, die es ablehnen, Schutzzäune um ihre Siedlungen zu errichten, weil sie sich als freie Menschen fühlen wollen??

Einen Hinweis gab Benzi Lieberman von der Siedlerbewegung. Zahal sei verantwortlich für ihre Sicherheit, sagte er, sie hätten überall Soldaten zum Schutz der Siedler aufzustellen. Man könne von den jungen Leuten nicht erwarten, dass sie sich mit den schlechten Verbindungen des öffentlichen Verkehrs begnügen, sie wollten doch auch ihr Vergnügen haben. Was er nicht erwähnte: In gewissen Siedlungen werden die Soldaten belästigt und beschimpft; das ist schon lange so; deshalb ist an einigen Orten die Wache abgezogen worden... Eine unverständliche Mentalität!
16.6.06 17:08
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung