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Eine Pressekonferenz und eine komische Assoziation
Die Computer laufen heiss, und nicht erst seit der heutigen Pressekonferenz. Pünktlich um 18 Uhr verlas der Ex-Richter Eliahu Winograd die zehn Seiten Kurzfassung jenes 500-seitigen Berichtes, der endlich Klarheit über den zweiten Libanonkrieg schaffen sollte. Mehr als 16 Monate lang hatte die 5-köpfige Kommission eine Menge von Zeugen angehört und eine Unmenge von Material gelesen und gesichtet, um den schweren Auftrag erfüllen zu können. Sehr zum Missvergnügen der Medien brachte sie es fertig, nichts von ihren Verhandlungen nach aussen durchsickern zu lassen; sie befleissigte sich einer geradezu unisraelischen Diskretion.
Über die Schlüsse, zu denen die Kommission gekommen ist, möchte ich mich nicht auslassen. Eine Sache ist mir aber aufgestossen: Kaum hatte Winograd den letzten Satz des Berichtes gelesen, und noch ehe Prof. Gabison die englische Fassung vortragen konnte, um 18 Uhr 32 genau genommen, schossen die ersten fixen Medienmenschen schon los mit Analysen, Kommentaren und Exegesen, dass mir beinah der Atem wegblieb. Wooooow! Da mühen sich fünf ernsthafte Menschen mehr als 200 Tage lang ab, eine klare Sicht zu gewinnen und sie zu formulieren, und dann - hast du nicht gesehen – kommen so „mediale Geistesgiganten“ und durchschauen das Ganze in 32 Minuten. Welch geniale Typen!
Das Ganze erinnerte mich an eine Freundin aus Kindertagen; die besass eine Puppe, um die ich sie beneidete. Dieser Puppe konnte sie aus einem winzigen Fläschchen Wasser einschütten, und dann machte die sofort Pipi.
Damals konnte man mich mit solchen Kunststücken beeindrucken. Jetzt nicht mehr.
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bisher 3 Kommentar(e)
TrackBack-URL
Tanja
/ Website
(1.2.08 23:55)
Das mit der Puppe ist in der Tat ein treffender Vergleich. Für einen grossteil heutigen Journalismus.
Wer die Schuld hat, die Redaktionen, die Medienhäuser, die Leser, die Journalisten - das ist die Frage, die sich schwer beantworten lässt. HuhnEiHuhnEiHuhnEi...
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vered
/ Website
(2.2.08 19:46)
Wer die Schuld hat? Alle jene Redaktionen und Medienhäuser, denen das hohe Rating höchstes Ziel ist; alle Journalisten, die gegen besseres Wissen Quantität statt Qualität liefern und alle Infokonsumenten, die sich das bieten lassen.
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