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Der Doppelverdiener

Szene: die Ausfallstrasse von Jerusalem nach Tel Aviv, Hauptverkehrszeit. Unser Taxifahrer bekommt während voller Fahrt einen Anruf von einer Frau namens Rivka. Die will wissen, wann es denn endlich vorwärts gehe mit ihrer Stellensuche. Seit November schon stelle er ihr etwas in Aussicht, aber... Der Fahrer fragt nach ihrem Geburtstag und Jahrgang und kritzelt die Auskunft lässig auf einen Zettel. Dann beginnt er ihr zu erklären, der ungünstige Einfluss von Saturn sei im Abklingen begriffen, ja, eigentlich schon vorüber, aber da seien noch ... ja was jetzt? Ich weiss schon nicht mehr genau...Jedenfalls: die gute Zeit sei noch nicht ganz da. Vom 20. Dezember an würden die Aussichten besser, doch solle sie sich noch etwas in Geduld fassen; sie müsse in Betracht ziehen, dass auch bei gutem Stand der Planeten der Zeitpunkt nicht so günstig sei. Die Firmenkader seien jetzt mit Jahresabschlüssen und Arbeitsplänen beschäftigt und hätten in den seltensten Fällen Zeit zu Vorstellungsgesprächen. Aber im Januar, im Januar - da finde sie bestimmt eine gute Stelle. Inzwischen solle sie suchen: in den Zeitungen, bei Agenturen, im Internet. Und immer, immer positiv denken. Das sei wichtig, sehr wichtig. Den Mut nicht verlieren. usf. usw. , - unbestimmte, unverbindliche Phrasen, aber überzeugend vorgebracht. Die zweifelnden Einwürfe der guten Frau entkräftet er mit schöner sonorer Bassstimme, stellt da und dort Fragen, und sie breitet vertrauensvoll ihre Probleme vor ihm aus, ohne zu ahnen, dass sie unfreiwillige Mithörer hat (und wahrscheinlich ohne zu ahnen, mit wem sie wirklich spricht). Zuletzt tönt sie ruhiger und zuversichtlicher.

Die Sache berührt etwas peinlich – offenbar nicht nur uns: Nach Ende des Gespräches wendet der Fahrer sich zu uns und erklärt, er sei Astrologe, er berate viele Klienten - gegen Bezahlung. Wenn nötig auch während Taxifahrten, ja. - Nein, er möge niemanden von sich abhängig machen. Er strebe vielmehr danach, diese Menschen mit der Zeit zu selbständigen Überlegungen und Entschlüssen zu bringen.

Auf seine Visitenkarte haben wir trotzdem dankend verzichtet.
18.12.07 19:55
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


1st / Website (25.12.07 03:06)
Soo schön, dich hier wieder zu lesen! Viele herzliche Grüsse und Wünsche aus Bern.


vered / Website (26.12.07 16:24)
@st Freut mich, aber zu dieser St8unde?? Schläfst du eigentlich nie?

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