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Abstand gewinnen

Viel Zeit ist seit meinem letzten Eintrag vergangen. Inzwischen habe ich etwas mehr Abstand zu den Ereignissen und damit auch eine andere Perspektive gewonnen, etwa wie wir eine Landschaft vom Flugzeug aus anders sehen als vom Boden aus: Einzelheiten verschwinden, dafür wird der Blickwinkel grösser. Damals musste ich mich ganz und gar auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Heute aber nehme ich wieder Dinge ausserhalb meiner kleinen Welt wahr, und da und dort versuche ich eigenen Interessen nachzugehen. Etwas davon wird sich wohl von nun an in dem Blog spiegeln - auch wenn ich den Rückblick auf ein Jahr, das mein Leben völlig verändert hat, weiterführen möchte.Das eine ist für mich wichtig als eine Art Rechnungsablage, das andere als ein Abtasten, ob ich im Stande sei, „verlorenens Terrain“ wieder zurück zu gewinnen.


Die kleine Wohnung wurde auf drei Monate unser Heim. Einfach, aber mit (fast) allem Nötigen ausgestattet, bot sie den richtigen Rahmen für ein improvisiertes Leben. Wir fühlten uns wie in einem der „Tsimmerim“ („Zimmer“, will sagen Ferienwohnungen), die man jetzt an so vielen schönen Orten in Israel für erschwingliche Preise mieten kann – in einer lockeren, unbeschwerten Atmosphäre. Wir erlebten die vertraute Umgebung aus neuem Blickwinkel, empfingen Freunde und Nachbarn .... M blühte sichtlich auf – hier war er wieder ein Mensch, wurde wichtig genommen und umsorgt und konnte sich geborgen fühlen. Robert pflegte ihn aufs sorgfältigste, erriet seine Wünsche und ging auf alle seine Ideen ein. Ich sah erstmals nach langen Monaten Lichtstreifen am Horizont. Die Situation schien nicht mehr ausweglos. Es würden noch strenge, schwere Wochen kommen, ja. Aber ich war nicht mehr allein mit der Verantwortung. Was M und das Haus anging, konnte ich mich auf Robert verlassen, was den bevorstehenden Bau anging, auf die Architektin Nava und den Kablan Nati, mit denen ich in dieser Zeit die Detailpläne durcharbeitete. Ich begann Zuversicht zu fassen. Der Plan würde sich umsetzen lassen, Schritt für Schritt, nur Mut und Ausdauer!

Ein Abschnitt aus einem Brief gibt vielleicht etwas von meiner damaligen Stimmung wieder:
„ ... Nun haben wir einige Wochen Ruhe und Stille; wir beide brauchen sie dringend. M muss sich von den schweren Traumata – Fall, völliger Verlust der Selbständigkeit - erholen, ich von dem Monate dauernden Stress, dem chronischen Schlafmangel etc. Unser Filipino Robert ist unser Glücksfall. Er tut viel mehr, als wir erwarten konnten. Er kann massieren, macht physiotherapeutische Übungen, natürlich auch die alltäglichen Verrichtungen – alles mit heiterer Gelassenheit, viel Verständnis für unsere Situation und mit Humor. M hat ihn in den drei Wochen schon ins Herz geschlossen. Für mich beginnt das gute Leben: freier Ausgang, guter Schlaf, nicht mehr allein verantwortlich etc. --- und nicht mehr abwaschen!!!! Ich bin schon beinahe wieder normal ...“
16.12.07 19:36
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ludovika / Website (16.12.07 19:46)
wie gut, dass es eine zeit des "locker lassens" gab!
ich bin gespannt auf deine weiteren berichte!
gruß von Lu

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